
Die Abbildung zeigt einen Elektro-Rennmotor. Die Gehäusegröße ist durch das international
gültige Reglement festgelegt und wird in der Regel als "540er Gehäuse" bezeichnet.
Benannt nach dem Urvater der Rc Car-Antriebe, dem Mabuchi 540 Motor.
Einen Nachfolger dieses Motors (Johnson 540) finden wir z. B. in den Baukästen von Tamiya
Rc Cars. Der "Ur"-Mabuchi hatte allerdings einen Plastik-Motorkopf. Mabuchi- und Johnson-
Motoren haben ein Gehäuse welches sich nicht öffnen läßt und sind Großserienprodukte.
Für die ersten Fahrversuche sollte man es sicher erst mal bei dieser Motorisierung belassen
und versuchen, das Fahrzeug so zu beherrschen, bevor man sich an eine Leistungssteigerung
wagt. An diesen "Standard"-Motoren ist nicht viel zu tun. Man sollte nur auf Sauberkeit achten
und die Motorlager ab und zu mal mit einem Tropfen dünnem Öl versehen.

Die nächste Leistungsstufe sind die sogenannten "Stock"-Motoren (von engl. Stock=Standard,
handelsüblich). Im Gegensatz zu den 540er Motoren fallen diese durch einen anderen Motorkopf
auf. Die Motorkohlen, die den Strom auf den Kollektor übertragen können gewartet und bei
Verschleiß auch gewechselt werden, genau wie die Kohlenfedern, welche die Motorkohlen
an den Kollektor anpressen. Der Motorkopf ist jedoch fest verschlossen und versiegelt.
Die Motoren der "offenen Klasse" sind die sog. "Modified-Motoren" (von engl. modified = getunt,
verändert) Diese Motoren können sehr leistungsstark sein und erlauben atemberaubende
Fahrleistungen. Im wesentlichen wird die Leistung des Motors von dessen Wicklung bestimmt.
Als Wicklung bezeichnet man die Anordnung des Drahtes auf dem sog. Anker des Motors. Der
Anker ist der drehende Teil im Inneren des Motorgehäuse. Das Ende des Ankers ist die
Motorwelle, auf die später das Motorritzel (Zahnrad) aufgeschraubt wird. In der Regel ist die
Anzahl der Wicklungen angegeben. Sie wird manchmal auch als "Turns" (engl. für Wicklung)
bezeichnet. Wenn man also einen Motor mit 13 x 2 Turns hat, bedeutet das, daß ein doppelter
Draht 13 mal um den Anker gewickelt worden ist. Demnach ist der Draht bei einem 15 x 4
Turn-Motor 15 Mal vierfach um den Anker gewickelt worden. Muß man sich auch sicherlich nicht
alles merken. Grundsätzlich gilt jedoch, daß der Motor mehr Leistung hat, je weniger "Turns" er
hat. Mit zunehmender Leistung steigt aber auch der Stromverbrauch des Motors und die
Fahrzeit mit einem Akkupack nimmt demnach ab. Daher ist die Auswahl des richtigen Motors für
den Rennbetrieb schon recht wichtig. Ob der Draht nun doppelt, dreifach, oder wie oft auch
immer um den Anker gewickelt wurde, hat ebenfalls einen Einfluß auf die Charakteristik des
Motors. Dieser ist aber in jedem Fall geringer, wie die eigentliche Wicklungszahl und soll an
dieser Stelle erst einmal vernachlässigt werden. Auch hier gibt es aber grundsätzliche Angaben:
4- 5- oder gar 6-Fach- Wicklungen verwenden einen sehr dünnen Wicklungsdraht. Der
Wirkungsgrad des Motors kann etwas höher sein, als bei 1- fach oder doppelten Wicklungen.
Jedoch ist der Motor auch "sensibler" und nimmt eine falsche Untersetzung im Fahrzeug eher
übel. 1- oder 2-fach Wicklungen sind deutlich robuster.
Da auch zwischen eigentlich gleichen Motoren verschiedener Hersteller Toleranzen bestehen
können, gibt es vom DMC (Deutscher Minicar Club, Dachverband aller Rc Car Vereine)
"homologierte" Motoren. Bei homologierten Motoren kann man sicher sein, daß sie den
Vorschriften entsprechen und daß die Streuung der Leistung sehr gering ist. Auch ein
einheitlicher maximaler Verkaufspreis ist festgelegt.

Daher wird bei vielen "Stock"-Klassen auf diese DMC-Motoren zurückgegriffen. Diese Motoren
sind natürlich im Fachhandel erhältlich. Wenn man sich einen leistungsstärkeren Motor zulegt,
muss man beachten das die Übersetzung geändert werden muss. Desweiteren sollte das
Modell mit Kugellagern ausgestattet sein,damit es die höheren Drehzahlen verkraftet. Die
Motorenhersteller geben hier meist in der Anleitung zum Motor die entsprechenden Hinweise.
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