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NiCd Akkus besitzen eine Eigenschaft, welche zuweilen als rätselhaft oder gar als unerklärlich
dargestellt wird. Sie verhalten sich bis zu dem gewohnten Entladepunkt völlig normal. Bei
Überschreiten dieser Schwelle, ist dann aber plötzlich ein deutliches Absinken der Spannung
zu beobachten.
Grund dafür ist meist eine nicht vollständige Entladung des Akkus auf 0,9 - 1,1 V je Zelle.
Dadurch kommt es zur Bildung von unterschiedlich grossen Kristallen. Zum einen entstehen
reaktionsbereiten Kleinkristalle die durch ständiges Laden Entladen entstehen, und die so
genannten Grosskristalle die sich durch nicht vollständiges Entladen an den Elektroden des
Akkus ablagern. Diese Grosskristalle sind chemisch weniger reaktionsbereit. Somit verhält
sich der Akku zunächst normal bis alle Kleinkristalle umgesetzt wurden, danach sinkt die
Spannung ab da nun nur noch Grosskristalle der chemischen Reaktion zur Verfügung stehen.
Bei NiMH Akkus gibt es ein ähnliches Phänomen, jedoch wird es hier Lazy Battery Effekt genannt.
Während die obere Schicht des aktiven Materials durch ständige Umsetzung (Auf- und Entladen)
besonders feinkörnig ist, haben sich im lange Zeit "unberührten" Untergrund Großkristalle bilden
können, welche entsprechend unwillig reagieren. Allerdings bricht die Akkuspannung nicht wie
beim Memory-Effekt ab einem bestimmten Punkt zusammen. Stattdessen ist die Akkuspannung
über den gesamten Entladevorgang etwas geringer, als bei einer nicht unter dem Effekt
leidenden NiMH Zelle.
Beide Gedächtniseffekte lassen sich durch eine Normalladung(14h) und einige Lade/Entladezyklen
wieder vollständig beseitigen.
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